Vor der OP:
Bei der Erstvorstellung wird neben einer ausführlichen Anamnese auch eine körperliche Untersuchung durchgeführt. Anschließend wird das Vorgehen über die gesamte Genitalangleichung ausführlich besprochen. Dabei werden Vor- und Nachteile sowie die Risiken eingehend erläutert.
Da große Unterschiede in der Lebenssituation und den körperlichen Voraussetzungen bestehen, haben sich auch verschieden Operationstechniken bewährt. Grundsätzlich besteht die Möglichkeit aus der Klitoris einen kleinen Penis zu formen oder es wird ein Penoid (also nur etwas penisähnliches!) konstruiert. Dafür haben sich der Unterarmlappen, der Unterschenkellappen und der Oberschenkellappen bewährt.
Bei allen Methoden und bei allen Schritten wird versucht narbensparend vorzugehen oder zumindest die Narben so schön wie möglich zu gestalten. Am Tag vor der Operation wird das Vorgehen noch einmal zusammengefasst und die Risiken aufgezeigt.
1. Operationsschritt:
- Narbensparende Brustentfernung (siehe Link)
- Scheidenentfernung
- Entfernung der Gebärmutter und Eierstöcke durch die Scheidenhöhle
- Harnröhrenverlängerung od. Klitpenbildung
- Harnröhrenpräformation (am Unterarm, Unterschenkel oder am Oberschenkel)
Nur durch Zusammenlegen dieser einzelnen Schritte in einer Operation kann effektiv narbensparend vorgegangen werden. So kann zum Beispiel bei großen Brüsten überschüssige Haut und/oder die Scheidenhaut für die Harnröhrenpräformation benützt werden ohne neue Narben zu setzen. Durch das gemeinsame Vorgehen mit den Gynäkologen bei der Entfernung der Gebärmutter und Eierstöcke kann in der Regel jeglicher Bauchschnitt vermieden werden. Gerade diese Zusammenarbeit hat sich wissenschaftlich als sicherer und günstiger erwiesen, als ein zweiseitiges Vorgehen (siehe Link).
Operationszeit: 4 - 5 Stunden / Stationärer Aufenthalt: 12 - 14 Tage
2.a Operationsschritt nach Klitpenbildung:
- Klitpen-Korrektur und Hodensackbildung und Hodenprothesenimplantation
- Ggf. Narbenkorrektur an der Brust
Operationszeit: 1,5 – 2 Stunden / Stationärer Aufenthalt: 7 - 10 Tage
2.b Operationsschritt zur Penoidkonstruktion:
- aus freiem Unterarmlappen
oder
- aus freiem Unterschenkellappen mit Anteilen des Wadenbeins zur Versteifung mit eigenem Gewebe ( Fibula-Knochen )
Frei bedeutet, dass das Gewebe vom Unterarm oder vom Unterschenkel bei der Operation unter dem Operationsmikroskop an die Blutgefäße in der Leiste angeschlossen werden muss. Auch die Nerven müssen an die Klitorisnerven mikroskopisch angeschlossen werden.
Operationszeit: 6 - 8 Stunden / Stationärer Aufenthalt: ca. 21 Tage
oder
aus gestieltem Oberschenkellappen
Hierbei wird das Gewebe vom Oberschenkel mit einem Blutgefäß in die Genitalregion geschwenkt. Ein mikroskopischer Anschluß erfolgt nur vom Nervengewebe
Operationszeit: 4 – 6 Stunden / Stationärer Aufenthalt: ca. 18 Tage
3. Operationsschritt nach Penoidkonstruktion:
- Hodensackbildung und Hodenprothesenimplantation
- Glansplastik
- Ggf. Narbenkorrektur an der Brust
Operationszeit: 1,5 - 2 Stunden / Stationärer Aufenthalt: ca. 7 - 10 Tage
4. Operationsschritt nach Penoidkonstruktion aus Unterarm oder Oberschenkel:
- Implantation einer hydraulischen Penisprothesenimplantation ( Siehe Link).
- Ggf. Narbenkorrektur an der Brust
Operationszeit: 1,5 - 2 Stunden / Stationärer Aufenthalt: ca. 10 - 12 Tage




